21.07.2018

Angelina aus Frankreich – unser neues Familienmitglied


Eine E-Mail letzten Montag, wieder ein Notfall. Ein sehr alter Ariegeois, ein Laufhund aus Frankreich, dem Tode geweiht.

Hier der Text zu Angelo von Ingrid Belz, Joshi, die 2 Chance:

"ANGELO ist in einer Auffang- und Tötungsstation gelandet. Ob das angeschlossene Tierheim ihn übernimmt, ist mehr als fraglich (vielleicht sei es besser, ihn sofort zu erlösen).
Vielleicht ahnt er, dass er sich in Lebensgefahr befindet, aber eigentlich ist dies kein neuer Zustand für ihn. Sein ganzes tristes Leben hat er bei einem südfranzösischen Jäger verbracht, im Zwinger weit weg vom Haus, jeden Winter frierend, jeden Sommer vor Hitze fast verglüht, immer hungernd, immer auf der eigenen Scheiße lebend (sorry, das kann ich nicht freundlicher ausdrücken). Er ist jetzt eingesperrt in einem viel zu kleinen verkackten Zwinger, zusammen mit einem weiteren Rüden (was schon alles über seine Verträglichkeit sagt), er wird wenigstens täglich gefüttert und hat immer Wasser zur Verfügung.
Er hat nach Angaben der Tierärzte nur noch eine Lebenserwartung von 3-6 Monaten. Das mag sein, wäre schlimm genug, aber es soll uns Ansporn sein, gerade für ihn noch verantwortungsbewusste Menschen zu finden, die ihm in der noch verbleibenden Zeit zeigen, dass es auch Menschen gibt, die diesen Begriff verdienen."


Da stand: „Angelo, eine Lebenserwartung von 3-6 Monaten“. Wieder und wieder las ich den Text. – Wir hatten bereits in der Vergangenheit zwei alte Ariegeois bei uns aufgenommen. Wir sagten zu Angelo bei uns aufzunehmen.

Noch am Montag, am späten Nachmittag dann die Nachricht, dass Angelo eigentlich eine Angelina ist. So what, sagten wir uns, egal ob Angelo oder Angelina, der Hund darf zu uns kommen.


Es war eine kurze Nacht von gestern zu heute, 20. zu 21. Juli, denn kurz vor Mitternacht traf unser neues Familienmitglied, Angelina, bei uns ein.

In der Nacht konnten wir kaum schlafen, waren so aufgeregt. Würden sich die Hunde alle miteinander verstehen? Wie würde der neue Hund auf die Katzen reagieren? Ich dachte an alle unsere lieben Franzosen, die wir in der Vergangenheit bei uns aufgenommen hatten. Dann schlief ich endlich ein.

Angelina, Zuhause angekommen!


Egal, wie lang oder kurz ihr Lebensabend sein wird, sie wird ihn nicht bis zuletzt in vergeblicher Sehnsucht nach einem liebevollen Zuhause in einem Zwinger verbringen müssen. Ihr Leben wird nicht, wie das Leben so vieler Hunde in einer Fourriere, einer Tötungsstation in Frankreich oder anderen Tötungsstationen in unseren Nachbarländern, abrupt beendet werden mit einer Giftspritze, die nichts mit Einschläfern oder einem friedlichen Einschlafen zu tun hat.

Ich habe das einmal erlebt. Es ist ein Todeskampf, wobei die Tiere unbeschreibliche Schreie von sich geben, die ihre Höllenschmerzen und ihre Todesangst erahnen lassen. Es ist grauenhaft! Ich möchte das nie wieder erleben müssen! Kein Tier, egal wie alt oder krank, sollte so sterben müssen!

Ich bitte alle, die diese Zeilen lesen, überlegen Sie, ob es unbedingt ein Welpe vom Züchter sein muss, den Sie für viel Geld kaufen können. Oder - ob Sie etwas Gutes tun möchten, etwas, was Sie ganz bestimmt nicht bereuen werden. Retten Sie ein altes Tier, geben Sie ihm ein Zuhause, egal für wie lange das auch immer sein mag.

Angelina hat ihr Zuhause gefunden.


Seit der letzten Nacht ist Angelina bei uns, erkundet jetzt ohne Leine das Grundstück, hat bereits am Vormittag alle anderen Hunde begrüßt, neugierig und etwas vorsichtig auch die Katzen und kommt jetzt allein wieder zurück ins Haus. Sie ist ganz außer sich vor Freude, kann sich draußen endlich völlig frei bewegen, wie und wann sie möchte. Es ist, als ob sie schon ewig bei uns leben würde.

Angelina, Du altes Mädchen. Wir werden Dir all das geben, was Du vermutlich bisher nie in Deinem Leben hattest. Nächste Woche geht’s zu Tierarzt. Mal sehen, was der sagt.  

Danke, Ingrid Belz, für diesen wundervollen Hund!    

Beate & Nick

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